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Axel Lindemann | 13.01.2010
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Am Sonntag, dem 10. Januar 2010 erlebte die Jugend des Apostelbereichs Bremen den Jugendauftaktgottesdienst in der Stadthalle Wilhelmshaven (das 10. Mal in Folge!) mit Apostel Eckehard Krause und dem Gast aus NRW: Bischof Karl-Erich Makulla.
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Trotz Schnee und Eis begann der Jugendgottesdienst zum Auftakt der Jahres 2010 planmäßig um viertel nach zehn. Bis auf wenige Jugendliche, die in ländlichen Gebieten von Schneewehen eingeschlossen worden waren, trafen alle bis kurz vor zehn in der Stadthalle Wilhelmshaven ein.
Etwas vierzig Jugendliche hatten sich durch die instrumentenfeindliche Witterung nicht abhalten lassen und stimmten die Anwesenden eine Stunde vorher mit Orchestermusik auf den Gottesdienst ein und wurden eine Viertelstunde vor Beginn des Eingangsliedes durch den Jugendchor abgelöst, der wie üblich von Diakon Gerrit Junge aus Wilhelmshaven dirigiert wurde.
Unser Apostel Krause hielt den Gottesdienst mit dem Bibelwort:
„So freue dich, Jüngling, in deiner Jugend und lass dein Herz guter Dinge sein in deinen jungen Tagen.“ (Prediger 11, 9)
Aus diesem Wort entnahm Apostel Krause die Schwerpunkte:
1. Die Jugend soll sich freuen,
Man könnte denken, dass man nicht immer Grund habe, sich zu freuen. Aber Apostel Krause zitierte den Psalmisten David (Kap. 70, V.5): "Lass Deiner sich freuen und fröhlich sein, alle, die nach Dir fragen" und empfahl daraus den Gottesdienstteilnehmern: "Wenn ihr auch manchmal nicht wisst, wie geht es morgen weiter: Fragt nach Gott! Das ist die Grundlage, um fröhlich werden zu können."
"Und wenn man auch selbst nicht beten kann", so empfahl der Apostel, "wendet euch an eure Segensträger, damit die mit euch auf die Knie gehen und ihr danach fröhlich euren Weg gehen könnt!"
2. das Herz guter Dinge sein lassen
Der Apostel verglich die Redewendung "in der Jugendzeit guter Dinge sein" mit den zugeschriebenen Eigenschaften der Jugend: "Man ist dort noch unbekümmert, manchmal auch ungestüm, setzt einiges in Bewegung, steckt damit andere an. Später wird man besonnener."
Ein Jugendlicher wird sich in seiner Stimmung noch nicht nach der ruhigen Gemütslage seiner Großeltern ausrichten ("Na ja, diese sind ja auch zurückhaltender..."), sondern ein Jugendlicher, dessen Herz guter Dinge ist, sagt zu Gott im Gebet: "Ich verlass mich auf dich, begleite mich!" und geht dann los - ohne unsicher abzuwarten, ob Gott dabei ist. "Geht euren Weg unbekümmert, Gott begleitet euch!" bestärkte Apostel Krause die Jugend.
3. und die Zeit in jungen Tagen nutzen
"Irgendwann ist die Zeit der Jugend vorbei", gab Apostel Krause anfangs zu. Deshalb empfahl er: "Nutzt die Zeit der jugendlichen Frische, neue Gedanken in die Tat umzusetzen, um motiviert zu sein und wartet nicht, bis ihr alt und grau seid."
Er fasste die Punkte aus dem Wort zusammen mit: "Zunächst muss jeder Freude empfangen, dann ist man motiviert, frisch und freudig und kann sich in das Werk Gottes einbringen", und fügte zum Schluss hinzu:
"Seid mutig, habt Vertrauen zu Gott und wendet euch ihm zu!"
Bischof Makulla (51, NRW) brachte Grüße von seinem Apostel Wolfgang Schug (zuständig für NRW-Ost) und seinem Bezirksapostel Armin Brinkmann mit. Er gab den Zuhörern den Text des vorher vorgetragenen Orchesterstücks wider, der exakt auf das Bibelwort dieses Gottesdienstes passe: "Tröste mich wieder mit deiner Hilfe und mit einem freudigen Geist rüste mich aus", und erzählte davon, dass er den Gedanken hatte, dass alle mit eingeschlossen werden sollen, dass alle fröhlich sein können.
Lasst niemanden außen vor stehen
Seine Schüler hatten ihn einmal vorlaut gefragt: "Was sagen Sie als Außenstehender zum Thema Intelligenz?", was die Zuhörer im Gottesdienst nach wenigen Sekundenbruchteilen mit Lachen quittierten, während er zugab, damals nicht protestiert zu haben. Er wollte nun wissen, was man antworten würde bei der Frage: "Was sagst du als Außenstehender zum Thema Glaube, zum Thema Gott?" und antwortete selbst: "Da sollte von uns zunächst der Einwand kommen, dass wir keine Außenstehende bei diesem Thema sind."
Der Bischof erwähnte eine Skulptur, die er auf dem Europa-Jugendtag (EJT) sah: Eine riesige Hand und darin eine winzige. Er habe daraus mitgenommen, dass man alles in Gottes Hand legen möge, ob aus Familie, Beruf oder Werk Gottes.
Sein Bezirksapostel Brinkmann beschrieb Gott einmal so: "Stell dir vor, wir sitzen auf einem Berg, im Tal zieht ein gewaltiger Fluss seine Bahnen, man sieht nicht, wo er herkommt und wohin er fließt." Bischof Makulla erklärte dazu: "Gott sieht hingegen alles: Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft. Unser Anfang liegt in der Liebe, der Erwählung Gottes und unser Ende ist bei ihm im Vaterhaus."
"Alle eure Dinge lasst in der Liebe geschehen!"
Schließlich rief er die Jugend dazu auf: "Lasst uns nicht solche sein, die nur eine Spaßgesellschaft sind! Nehmt alle auf, die Sorgen haben, die mit Behinderungen leben müssen oder die am Rande stehen!"
Bischof Hans-Werner Hartwig (WES) begann: "Ich weiß auch, dass die 80. Absage auf eine Bewerbung oder dass Liebeskummer und eine langjährige Suche nach einem Lebenspartner nicht wirklich Freude bereitet." Er erinnerte sich dabei an die Karte, die nach dem EJT berühmt wurde, auf der stand: "Ich kann nicht beten", es aber nicht dabei blieb, sondern jemand eine Karte darunter steckte: "Dann bete ich für Dich!" Daran konnte man sehen: "Jugend heißt, sich anderen zuwenden und sich ihrer annehmen", fügte der Bischof hinzu, "nicht, dann bete ich auch nicht mehr, sondern: ich für Dich!"
...über das Normalmaß hinaus, weil Gott in uns wohnt!
Bischof Hartwig fragte, ob es ausreiche, dem Gesetz genüge zu tun, um guter Dinge sein zu können, ließ Erich Kästners Spruch einfließen: "Es gibt nichts Gutes, außer man tut es" und antwortete selbst: "Unsere Taten, unser Mut sollte über das Normalmaß dieser Tage hinausgehen, nicht weil wir besondere Menschen wären, sondern weil Gott in uns wohnt!"
Er zitierte Hermann Hesse: "Jedem Anfang wohnt ein Zauber inne", und betonte, "ein Anfang kann auch unter Tränen sein. Wenn ich euch sehe, wie ihr euch tröstet... dann ist die Grundlage gelegt, wieder Freude zu empfinden und wie ein kleines Pflänzchen anzufangen zu blühen."
Bezirksältester Gerold Meischen (DEL) beleuchtete den Aufruf des Apostels, Mut zu haben, unter dem Aspekt: Jugendliche hätten vor Prüfungen oft "Mut zur Lücke". "In der Jugendzeit kann es auch sein, dass man mal Mut zur Lücke hat, vielleicht ist es beim Beten oder der beim regelmäßigem Gottesdienstbesuch", erzählte der Bezirksälteste, "aber wir haben Segensträger zur Linken und zur Rechten, so dass wir wissen, für uns wird noch gebetet."
Den Bezirksältesten hatte besonders das Lied des Chores aus der Chormappe Nr. 134 beeindruckt, denn sein Sohn hatte sich das Lied vor 11 Jahren in einem Mittwochabendgottesdienst zu seinem Geburtstag gewünscht. "Obwohl das eigentlich erst über 75-jährigen zusteht", bemerkte Älteste Meischen, "gewährte man ihm die Bitte." Als er kurz danach tödlich verunglückte, bekam das Lied bei ihm eine ganz neue Bedeutung.
Nur eine Bitte, Herr, ist mir geblieben: Mach würdig meine Seele!
Der Bezirksälteste kam dabei auf eine Liedzeile, in der es heißt: "Und will der Weg mir mühsam werden, so sing ich mir ein Heimatlied." und fragte die Anwesenden: "Bist du auch mal müde? Dann richte den Blick wieder auf das Wesentliche - unser Ziel, auf ewig beim Herrn zu sein!"
Zuletzt sagte Evangelist Michael Stach (DEL-Bungerhof): "Es ist wohl ein Privileg der Jugend, Freude zu erleben. In der Jugendzeit gilt es aber, genug 'Konservierungsstoffe' zu produzieren, damit das weit über die Jugendzeit hinaus wirkt." und er führte als Beispiel den EJT an: "Ihr habt es geschafft, die Begeisterung vom Europa-Jugendtag ohne Stottern und 1 : 1 auf die Senioren zu übertragen!" Wenn man jetzt noch jemanden darauf anspreche, könne man noch das Blitzen in den Augen sehen. Sein Appell lautete: "Lasst uns dieses Jahr nicht zu dem 'Jahr nach dem EJT', sondern zu einem 'Jahr der Freude' machen!"
Nach den Mitpredigten betete die anwesende Gemeinde das Unser Vater, empfing die Freisprache und feierte das Heilige Abendmahl. Die Feier ließ Apostel Krause mit einer Variation über die finnische Kantate "Allein Gott in der Höh sei Ehr" ausklingen, welches ein jugendlicher Gast aus Finnland, der dort Musik studiert und unsere Gottesdienste musikalisch unterstützt, auf der Orgel vortrug. Mit einem Hinweis, den Segen Gottes bewusst mitzunehmen, spendete der Apostel nach dem Dankgebet den Dreifachen Schluss-Segen.
Anschließend blieb noch Zeit für alle, sich bei Softdrinks zu stärken, Bockwürste mit Brot zu essen, sich beim ZAB-Stand die Ecke des Lesezeichens abzuschneiden und seine Gedanken zum Gottesdienst in Laptops zu tippen.
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