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Zum neuen Jahr
Zum neuen Jahr den alten Vater, des starken Arm die Welten hält; er hat sein Volk seit grauen Tagen auf Adlersflügeln treu getragen, ihm sei die Zukunft heimgestellt; zum neuen Jahr den alten Vater, des starken Arm die Welten hält!
Zum neuen Jahr den neuen Segen, noch Wasser gnug hat Gottes Born; harrt fröhlich sein, ihr Kreaturen, bald deckt er die beschneiten Fluren mit grüner Saat und goldnem Korn; zum neuen Jahr den neuen Segen, noch Wasser gnug hat Gottes Born!
Zum neuen Jahr die alten Sorgen, noch sind wir nicht im Jubeljahr; noch wallen wir auf Pilgerwegen Berg auf und ab in Sonn’ und Regen, noch gilt’s zu kämpfen immerdar; zum neuen Jahr die alten Sorgen, noch sind wir nicht im Jubeljahr!
Zum neuen Jahr ein neues Hoffen, die Erde wird noch immer grün; auch dieser März bringt Lerchenlieder, auch dieser Mai bringt Rosen wieder, auch dieses Jahr lässt Freuden blühn; zum neuen Jahr ein neues Hoffen, die Erde wird noch immer grün!
Zum neuen Jahr den alten Glauben, in diesem Zeichen siegen wir; Glück zu, mein Volk, auf allen Bahnen, entrolle kühn der Zukunft Fahnen, doch Christus bleibt das Reichspanier; zum neuen Jahr den alten Glauben, in diesem Zeichen siegen wir!
Zum neuen Jahr ein neues Herze, ein frisches Blatt im Lebensbuch! Die alte Schuld sei ausgestrichen, der alte Zwist sei ausgeglichen, und ausgetilgt der alte Fluch; zum neuen Jahr ein neues Herze, ein frisches Blatt im Lebensbuch!
Aus „Palmblätter“ von Karl Friedrich von Gerok
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