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Daniela Rehfeld | 03.07.2010
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Unter diesem Thema führten Jugendliche am 3. Juli 2010 in der Gemeinde Aachen-West einen Jugendabend zur Vorbereitung für den am darauffolgenden Sonntag stattfindenden Gottesdienst für die Entschlafenen durch. Da eine ZAB-Redakteurin derzeit dort studiert, hat sie uns davon berichtet:
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Einen Monat zurück. Die Aachener Jugend trifft sich, um Themen für die Vorbereitungsstunde des Gottesdienstes für die Entschlafenen auszuarbeiten. Wir sammeln zuerst Unterthemen an einem Flipchart, die zu dem Thema "Den Tätern gedenken" passen. In Kleingruppen werden dann einzelne Themen ausgearbeitet. Es stellt sich heraus, dass es gar nicht so einfach ist, passende Beiträge auszuwählen, um darzustellen, dass vor Gott alle Seelen Gnade finden können.
Samstag, 3. Juli. Die Vorbereitungsstunde beginnt in einem kleinen Kreis mit dem Lied "Treff ich dich wohl bei der Quelle", gespielt von der Orgel. Es folgt ein Film, der verschiedene Taten darstellt. Nachdem ein biblischer Täter in Form von Herodes (vergl. Matthäus 2, Vers 16-18) vorgestellt wurde, listet eine Jugendliche Motive von Tätern auf: Fanatismus, Wut, Depressionen, Rache, Ehre und mehr. Damit sich die entstandenen Gedanken setzen können, singt ein Quartett das Lied "Drüben am Ufer". Es handelt von der Bitte, mit Glauben und Hoffnung den ewigen Frieden zu erlangen und mit dortigen Seelen vereint zu werden.
Danach folgt ein Block an Vorträgen, dessen Inhalt uns in den Nachrichten oft begegnet. Hierzu zählen Selbstmordattentäter und die, die ihrer Ehre oder religiösen Vorstellungen zuliebe eine Tat begangen haben oder an denen eine Tat begangen wurde. Als Beispiel dafür wird eine Motorradfahrer-Gruppierung genannt, die mit einer anderen verfeindet ist und ein Übertritt zu der jeweilig anderen Gruppe mit Tod bestraft werde. Dargestellt werden aber auch Morde im neuen Testament. Stephanus (vergl. Apostelgeschichte 7, 54ff) und Paulus (vergl. Apostelgeschichte 14, Vers 15ff) mussten durch eine Steinigung ihr Leben lassen. Stephanus betonte vor seinem Tod "Herr, rechne ihnen diese Sünde nicht an!" (Apostelgeschichte 7, Vers 60). Musikalisch getrennt werden die Beiträge durch ein Orgelstück und dem Lied "Schmücke dich o liebe Seele", vorgetragen mit Bratsche und Klavier.
In dem folgenden vorgetragenen Text "Alles ist anders" erzählt ein Mann, dass ihm in einem der vier heiligen Kriege versprochen wurde, Freiheit mit einem Märtyrertod zu erlangen. Allerdings sieht er nach seinem Tod nur Verzweiflung und Hass bei den Seelen um sich herum, bis ein Mann, der dieses nicht ausstrahlt, zu ihm kommt und Freiheit und Gnade anbietet. Der Märtyrer nimmt das Angebot mit dem Gedanken, nicht noch einmal auf so ein Versprechen hereinzufallen, nicht an. Das weckt in mir den Gedanken, dass das sicher sehr vielen Seelen passiert - nicht nur Tätern, sondern auch anderen Seelen, die noch keine Gnade finden konnten. Brauchen diese Seelen dann mehrere Einladungen, um zu erkennen, dass Gott Gnade anbietet, die wirklich frei macht? Unterstützen wir sie in Gebeten, eine neue Chance zu ergreifen?
Dann wird mit Hilfe eines Berichtes einer Mutter das Thema "Abtreibung" erwähnt. Sie wurde gedrängt und beeinflusst, erwähnte die großen, besonders innerlichen, Schmerzen und die Vorwürfe gegen sich selbst. Zum Thema "Familie" gehört auch das Beispiel der Ehebrecherin (vergl. Johannes 8, Vers 1-11). Jesus vergab ihr und ermahnte sie gleichzeitig, nicht erneut zu sündigen. Daraus wird erkennbar, dass bereits in die Ewigkeit gezogene Seelen ihre Tat bereuen müssen, damit ihnen Gnade zuteil werden kann.
Als letzter Punkt wird eine Präsentation mit Darstellung einzelner Kriege gezeigt. Der Vortragende betont, dass man in Kriegen schlecht jemanden nur als Täter oder nur als Opfer benennen kann. Die Präsentation listet verschiedene Kriege auf und veranschaulicht mit Hilfe von unterschiedlich großen Kreuzen die Zahl der Todesopfer. Als Beispiel dafür werden sehr große Kreuze bei dem ersten Weltkrieg und dem Japanisch-Chinesischen Krieg angezeigt. Es werden keine genauen Zahlen aufgelistet, weil es zwar eine offizielle Zahl der Toten gibt, aber die Dunkelziffer jeweils ungeahnt groß ist. Und letztlich gilt bei Gott: "Jede Seele zählt", erwähnt der Sprecher.
Ich nehme so viel aus der Vorbereitungsstunde auf den Gottesdienst für die Entschlafenen mit - auch wenn ich selbst Akteur war - , dass ich meine Gedanken nicht vorenthalten will:
Bei einem Gespräch mit einer Freundin fiel mir auf, dass viele Details des Lebens heute nicht mehr berücksichtigt werden. "Kleinigkeiten", die nicht viel Zeit kosten, wie zum Beispiel eine ältere Schwester zum Platz geleiten, ein paar nette Worte wechseln, jemandem etwas tragen helfen, ein Lächeln schenken, können "Streicheleinheiten für die Seele" sein. Auch die Seelen in der Ewigkeit - und um sich auf das Thema der Jugendstunde zu beziehen, auch viele Täter - brauchen diese "Streicheleinheiten". Beten wir doch mal für die verstorbenen Seelen, die sich nach einer kleinen Aufmerksamkeit sehnen.
Diesen Absatz hatte ich mir noch am Samstag abend aufgeschrieben. Am Sonntag morgen wurde im Gottesdienst für die Entschlafenen vom Dienstleiter in Aachen-Mitte erwähnt, dass viele in der Ewigkeit sich bereits über ein kleines Gebet freuen würden, dies garantiert keine Zeitverschwendung sei und man dadurch kleine persönliche Wunder erleben könne.
Das ganze Erleben war für mich wieder ein "kleiner Wink von oben", ein kleines persönliches Wunder.
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